Klare Worte, politische Wachheit, Energie: Musik darf – und muss Stellung beziehen. Dafür steht STROM GEGENAN, das neue Soloprojekt von Sascha aus Mannheim. Sascha kennen wir als Gitarrist bei Torrent (Karlsruhe). Nun ist er erstmals auch am Gesang zu hören. Unterstützt wird er von Musikerfreunden aus der Region.
Auslöser für den Song „Ferne Galaxie“ war die „Stadtbild“-Aussage von Friedrich Merz. Die darauffolgende Debatte über Zugehörigkeit, Herkunft und gesellschaftlichen „Verfall“ brachte Sascha ins Grübeln. Sein Gewerkschaftskollege Heko fragte ihn, ob es dazu schon einen Song gebe. Die Antwort: „Noch nicht. Aber wenn, dann richtig.“
Wenig später lieferte HeKo den Text. Innerhalb von fünf Tagen waren die groben Strukturen fertig, Bass eingespielt, Drums vorbereitet. Was als spontane Reaktion begann, entwickelte sich zu einem Deutschpunk-Statement gegen Rassismus und Xenophobie.

Musikalisch geprägt durch Stationen in der Deutschpunkband GAU sowie dem Dark-Doom-/Endzeit-Metal-Projekt „bitterfeldt“ hat Sascha mit STROM GEGENAN sein eigenes Baby – diesmal hören wir ihn nicht nur an der Gitarre, sondern auch am Mikrofon.
Für den Bass war ursprünglich Jörg – früher bei baffdecks – vorgesehen. Begeistert vom Song wollte er direkt einsteigen, war jedoch in zahlreiche Projekte eingebunden. Nach einem kurzen Telefonat sprang schließlich Markus Lammarsch ein, der auch den Mix übernahm. Eigentlich ist er im Live-Mixing und Recording zu Hause, aber er griff kurzerhand selbst zum Bass – und lieferte ein druckvolles, sattes Brett ab, genau nach Saschas Vorstellung.
Die Drums spielt Raffael, Saschas Nachbar. Obwohl das Setup minimalistisch gehalten ist – Snare, Bassdrum und Becken über den gesamten Track – entsteht durch sein vielseitiges Spiel eine Dynamik, die nichts vermissen lässt.
Den finalen Schliff erhielt „Ferne Galaxie“ im Kohlekeller Studio beim Mastering durch Kai Stahlmann.
Wenn Fridel mal spazieren geht,
durch eine deutsche Stadt
kaum glauben kann er, was er sieht,
und dreht auch gleich am Rad.
Wo sind die strammen Burschen,
mit bravem blondem Schopf?
Schon dreht sich schwarz und blau und braun
der Geist in seinem Kopf.
Schieb’ dir doch dein Stadtbild
in eine ferne Galaxie!
Wir weigern uns Rassist zu sein –
o fuck Xenophobie!
Wer Menschen nach der Herkunft stuft,
hat vieles nicht kapiert.
Den Mensch macht aus was in sei’n Herz
und sei’n Handeln passiert!
Und die Stadt nur als Konsumraum?
Na, da fällt mir Bess’res ein!
Alle die im Innern Mensch sind
lad’ ich zu ‘ner Party ein!
Schieb’ dir doch dein Stadtbild
in eine ferne Galaxie!
Wir weigern uns Rassist zu sein –
o fuck Xenophobie!
Der Song „Ferne Galaxie“ ist übrigens für 1,50 EUR auf Bandcamp erhältlich:
Der komplette Erlös wird von Sascha an das Projekt KEIN BOCK AUF NAZIS gespendet.
Es geht weiter: Der Text für den nächsten Song stammt wieder von Saschas Gewerkschaftskollegen Heko 3000 – beide teilen dieselben Gedanken, doch Heko verpackt sie in eine eigene, kraftvolle Sprache. Für STROM GEGENAN ist genau das die Idee: Die Songs entstehen aus gesellschaftlicher Reibung, gewerkschaftlichem Denken. Kollektive Haltung, musikalisch gebündelt. Weitere Mitstreiter stehen bereits in den Startlöchern.