Meine lieben Freunde von IRON SNAG JOE haben am 3. April 2026 ihr neues Album KELLERKALT serviert, erstmals auch auf Vinyl. Das was die Band macht, einfach als „Funpunk“ zu bezeichnen, wird dem was es zu hören gibt, nur zu einem gewissen Teil gerecht. Da steckt viel mehr dahinter, wenn man sich Zeit für die Details nimmt. Darum sag ich erstmal nur: „Wo ist Walter?!“

Das Album besteht aus neuen, noch nie live gespielten Songs, enthält aber auch Stücke aus der Anfangszeit von IRON SNAG JOE. Diese wurden über die Jahre verändert, angepasst und nun komplett neu eingespielt.
Die Platte ist auf 200 Stück limitiert. Auf der A Seite (KELLER) und auf der B Seite (KALT) findet man jeweils 9 Songs. Das Vinyl gibt es in zwei verschiedenen Farben. Ein leicht transparentes Lila und ein kräftiges dunkelgrün. Welche der Käufer kriegt ist Glückssache. ;-). Und klaro – es gibt auch 200 CDs im farbenfrohen Pappschuber.
Putrick: „Wir haben das Album in Eigenregie aufgenommen, gemixt, gemastert und dann selber rausgebracht über mein Label Rotzbua Records. Alles ohne Autotune oder sonstigen Schnick-Schnack, da wir das Album so wollten, als wäre es live. Da wir ja eigentlich eine Live-Bande sind und keine Studio-Combo, sollte es auf dem Album nicht komplett anders klingen“.
Die vier Jöe machen seit 2004 Party Punk mit einer extra Portion „Wiener Schmäh“. Jeder Gig ist eine Pogo Party mit Verkleidungen und Entertainment! Knapp 170 Live-Shows auf Bühnen in Österreich, Deutschland, Ungarn und der Slowakei sind für eine Hobby-Bande kein schlechter Schnitt. Sie teilten Bier & Backstage u.a. mit den legendären Intimspray, The Lost Lyrics, Missstand, Stockkampf, Produzenten der Froide, GvH, um nur ein paar wenig (und mir selbst bekannte Bands) zu nennen.

Gesang, Gitarre: Patrick „DerPutrick“ Karner
Gitarre: Peter „Peda“ Lager
Schlagzeug: Daniel „Bob Daniel’s“ Homolka
Bass: Daniel „Crimey“ Sauer
Putrick: „KELLERKALT steht für Musik aus dem Proberaum, die Luftballons für den Spaßpunk. KELLERKALT steht jedoch auch für den Tod, daher die Leichenbahre auf dem Cover. Statt dem obligatorischen „Zettel am Zeh“ gibts hier einen Luftballon.“ Anm. Lilo: Und durch die umgekehrte Farbsymbolik im Titel wird auch noch die letzte Hirnwindung in Schwung gebracht. 😉
Lilo: Es sind die vielen Details und die Mischung aus Blödsinn und Tiefgang, die diese Platte spannend machen. Songwriter Putrick war so lieb und hat mir zu den Songs ein paar Worte geschrieben. Hier meine Zusammenfassung für Euch:
Prost! Das hier ist eine Aufforderung zum Feiern. Der Opener „Otto Pro(b)st“ hat nichts mit einer realen Person zu tun, die Jungs fanden das Wortspiel lustig und man weiß gleich Bescheid, was abgeht.
„Das Lied vom Spiegel“, entstanden während der Pandemie, knüpft da gleich an. Es beschreibt die Leere des fehlenden Nachtlebens und zugleich die Erlebnisse von wenigen Tagen, an denen man mal raus konnte. Anm. Lilo: Die Story mit dem Rucksack kenne ich. Das war das Konzi mit Intimspray in Innsbruck. Wo wir ausm Backstage „gebeten“ wurden, OK, geflogen sind, weil wir so durstig waren.. 😊
Mit „Verdammt“ und „Bombe“ öffnen sich persönliche Abgründe. Songs über innere Kämpfe, psychische Zustände und Lebensphasen, die Spuren hinterlassen haben. Bei „Der Ort“ ein Song über die Psychiatrie, wird es ernst, fast schmerzhaft ehrlich.
Komplett auf „Wienerisch“ erzählen die Jungs die Story vom „Grätzlwächtertango“ . Eine absurde Begegnung mit einer Polizistin, die sich redlich darum bemühte, in ihrem „Kiez“, in Wien sagt man dazu „Grätzl“ für Ordnung und Sicherheit zu sorgen. Zu diesem Tango könnte man vielleicht auch Ska sagen… passt eh.
„Datenpiraten“ ist ein sarkastischer Song über Internetpiraterie und unsere Gläsernheit im Web. Ein Piratenlied im ¾ Takt, teilweise im Dialekt. „Gift“ hingegen nimmt sich zynisch und bissig verschiedenster Süchte an.
Der Ska-Punk-Song „Lila Vokuhila“ beschreibt diesen zum Glück sehr kurzlebigen „Krocha“ Style. Anm. Lilo: Beim Stichwort Ed Hardy, Modeerscheinung, ohne Meinung bwz. Haltung hab ich Google zugemacht. Ein Spottlied über diese „Jugendbewegung“ – meines Erachtens durchaus gerechtfertigt.
Der Gassenhauer „Helene“ und das älteste Lied auf der Platte „Polak der Bullenfreund“ bieten liebevolle Portraits über ehemalige Bandmitglieder. Von Thomas, der sich selbst gern „Polak“ nannte, ist überliefert, dass er öfter in U-Haft war als bei den Proben; ein echtes Original der Wiener Punkerszene.
Das ist eine schöne Überleitung in die Fun-Punk Ecke. „Arbeit ist schön“ oder „Sperrstund’ machen einfach Spaß. Die Songs „Punker“, der (man munkelt…) von einem gewissen H. Grölemeyer geklaut wurde und „Pogophobie“ zeigen: Die Jungs nehmen recht wenig allzu ernst – außer vielleicht den Spaß selbst. Ihr liebster Fan, der Hömm, wird sich über das Lied „Inventar“ sehr gefreut haben, wenn er es auf dem Releasekonzi zum ersten Mal live hören durfte.
Beim vorletzten Track „Da Heislhund vom Alsergrund“ wird vom Leben eines Obdachlosen erzählt. Der eher ruhige Reggae bildet einen nachdenklichen Gegenpol zum sonst oft ausgelassenen Ton des Albums.

Die Platte lebt von diesen Geschichten – mal laut, mal leise, mal komplett absurd, dann wieder erschreckend real. Ein oft sehr genauer, ehrlicher Blick auf das Leben, so wie es halt ist. Für mich ein Beleg dafür, dass man grade beim Funpunk genauer hinhören sollte, was sich da denn für Texte und Themen verstecken. Oder auch mal den Blick auf die Bühne wagen – so ein lustiges Tütü könnte auch ein Symbol dafür sein, dass man jeglicher Intoleranz etwas entgegen zu setzen hat.
Mir ist das beim Hören nicht gleich aufgefallen. Was sag ich, hätte der Daniel es mir nicht verraten, würde ich heute noch rätseln. Es soll auf diesem Album nämlich Songs geben, in denen eine kurze „Akkordeonsequenz“ versteckt wurde.
PREISFRAGE – in wie vielen Songs ist das Akkordeon zu hören?
A) In jedem siebten. Ei. Nein Song.
B) Auf gar keinem Song, weil – das ist eine singende Säge.
C) Der Quetschkommodenspieler hat jeden Song verschönert.
Wer uns bis zum 13. April 2026 die richtige Antwort schickt, landet im Lostopf und gewinnt mit etwas Glück eine handsignierte CD! Kontakt: dyi @ freunde-des-punk.de oder über unsere Socials. Die Gewinnbenachrichtigung erfolgt über E-Mail / PN und ggf. die Kommentarfunktion auf den Socials. Der „Rechtsweg“ ist in jeglicher Hinsicht ausgeschlossen!
Bandanfragen: derputrick@snagrock.at
Website & Tourdaten: www.snagrock.at
Label / Produzent: DIY / Rotzbua Records
Infos & Fotos: Iron Snag Joe, Lilo privat