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Blutwurst

Heute in unserer Auslage: Crossover Punk aus Karlsruhe

Eigenwillig aber eingängig. Sozialkritische Texte, starke Gitarren und eine Prise vom UK Punk der 80er Jahre. Und wegen einem sehr blutrünstigen Ritual sind die Gigs auch immer ein kleines bisschen Horror Show. Nichts für schwache Nerven und auch nichts für Publikum ohne Lachmuskeln. Für dieses Jahr ist eine neue Platte geplant; deswegen stellen wir Euch die Band schon mal vor.

Punkrock lebt ja durchaus vom Chaos. Kennen wir. Und manche Sachen kann man nicht beeinflussen, so sehr man das möchte. Wissen wir. Wäre in unserer Szene alles nur ein kleeeiiines bisschen ordentlicher, würde ich euch nun die Kapelle HAWAII HELMET vorstellen. Unter diesem schönen Namen haben sich Sanne und Bär im Jahr 2003 – anlässlich ihres gemeinsamen Geburtstags – mit zwei befreundeten Musikern zusammengetan.

Alle vier Mitglieder:innen dieser neuen Coverband trugen zu ihrem Auftritt sehr hübsche selfmade Shirts mit dem Aufdruck BLUTWURST, um Bärs neue XEZLOS Anti-Brand Marke bekannt zu machen. Das hinterließ bei den anwesenden Gästen den Eindruck, die Band würde Blutwurst heißen.

So kam es, dass die Zuhörer zu den darauffolgenden Auftritten Blutwurst in sämtlichen Varianten mitbrachten. Ihr könnt Euch denken, dass sich dann der Name Blutwurst um einiges schneller verbreitete als HAWAII HELMET.

Nachdem das Publikum also den Namen quasi festgelegt hat, hat die Band selbstverständlich auch für die passende Bühnenshow gesorgt. Die bewegten Bilder aus dem Jahre 2013 zeigen dies eindrucksvoll.

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Eigentlich bildete ein mit Kunstblut gefülltes Gummihuhn den Höhepunkt des Sets, das wie erwähnt, aus Coversongs bestand. Beim letzten Stück, „War Pigs“ von Black Sabbath wurde der Gummivogel direkt auf der Bühne vom blutrünstigen Sänger, also dem Bär, zerbissen. Entsprechend der Namensänderung wurde das Corpus Delicti kurzerhand in einen mit Kunstblut gefüllten Wurstdarm verwandelt.  Und bis heute wird diese Wurst am Ende eines jeden Blutwurst Konzerts zerbissen – ein Ritual, das auf äußerst eindrucksvolle Art den Weltschmerz symbolisieren soll.

Sanne – Schlagzeug. Seit der Gründung hinter der Schießbude und Fels in der Brandung. Ehemalige Bands: Sucking Sirens, Boobie Traps, Noisome, Visitors from Hail-Bop. „Ich mache schon mein ganzes Leben Musik und spiele Flöte, Chembalo und Schlagzeug.“

Bär – Gesang. Die Blutwurst himself und stimmliches Organ. Früher auch bei den Fronzkins, Excelsior, Social Disease. „Mir geht es ähnlich, meine Singerei begann im Kinder- und Jugendchor, dann habe ich Akkordeon lernen dürfen. Bei der Jugendfeuerwehr habe ich im Spielmannszug getrommelt, bis mich die Band Kiss auf die richtige Bahn gezogen hat.“

Setzler – Gitarre seit ungefähr 2009, ich war bei dem Blutwurst Konzi, bei dem der vorherige Gitarrist Mo auf der Bühne freundlich verabschiedet wurde, indem man ihn kunst-blutig niedergestochen hat. Ehemalige Bands: Wayne Kretzler, Horse?

Nikoletta – Bass seit 2024. „Das Bassspiel von Marko Hietala (Nightwish) hat mich auf einer Fahrt durch die weiße Winterlandschaft unglaublich beeindruckt. So habe ich mir kurz darauf, noch während meines Referendariats, auch so ein Instrument zugelegt und fing an, das Bass spielen zu lernen.“

Hass, Verzweiflung und Wut mit einer Portion Liebe und Herz 

Bär: Vielleicht könnte man unseren Stil aufgrund der verschiedenen Einflüsse unserer Bandmitglieder als Metal Punk bezeichnen. Uns fallen da Künstler ein wie z.B. Kiss, Ärzte, Nirvana, Vipers, Slime, Dritte Wahl, Joe Strummer, UK Subs… Aber eigentlich gibt es so gut wie kein „klingt wie“ oder „hört sich so ähnlich an wie“.

Es klingt irgendwie alles sehr eigen, obwohl wir selbstverständlich das musikalische Rad nicht neu erfunden haben. Blutwurst ist Blutwurst und klingt auch dementsprechend, auf alle Fälle kein Mainstream. Punk, der im Ohr hängen bleibt mit energiegeladenem, mitreißendem Gesang und einfacher, markanter Gitarre.

Lilo: Was hat Euch dazu gebracht, selbst Musik zu machen?

Setzler Musik sämtlicher Genres hat mich familiär bedingt schon als Kind begleitet. Mit der Gitarre angefangen habe ich wohl wegen Typen wie Jimi Hendrix, Werner Lämmerhirt, Rory Gallagher, Joe Strummer, David Gilmour, Kurt Cobain und Slash. Wegweisend war für mich noch als Schüler die Gründung des Vereines Art Canrobert in Rastatt. Ab hier war es möglich, sich in Sachen Musik und auch darüber hinaus voll und frei auszuleben.

Bär: Nicht wirklich, ich glaube den Weg zum Punkrock hat jeder von uns auf unterschiedliche Weise  eingeschlagen. Bei mir war es die Gesinnung, die freundlichen Leute und die geilen eingängigen Rhythmen. Metal Konzerte wurden immer teurer, die Stars unerreichbar und abgehoben. Und das, wobei die Message vieler Songs oft stumpf und kacke ist. Leider sind viele Metal Fans voll die Trottel und teilweise rechts. Die namhaften Bands kümmert es einen Scheiß, wie Ihre Fans politisch ticken.

Diskografie

Nikoletta: „Hungry“ war für mich der Türöffner in die Band. Meine Lieblingssongs sind „Deny“ und „Strangers“. Bär: Aufgrund einiger Mitgliederwechsel ist „Hungry“ aus dem Jahr 2014 bislang unser aktuellstes Album. Live spielen wir eine Mischung aus Stücken unserer beiden Alben und auch ein paar neue Lieder, die wir 2026 auf eine Platte packen.

Bär: Einer meiner Favourites ist der Song Hungry vom gleichnamigen Album. Es geht um Begierde, Abhängigkeit, Angst und Enttäuschung.

Der Text lässt sich auf verschiedene Weisen interpretieren, z.B. in Bezug auf Liebe, Drogen, Sex und alle möglichen Arten von Sucht. Das macht Ihn zusammen mit der tragenden Melodie zu einem sehr besonderen Stück.

unsaterated hunger,

unsatisficed lust,

unrealized dreams,

disapointment and frust

(Textauszug „Hungry“)

Tourleben und so

Lilo: Gibt es Erinnerungen an die Auftritte? Bär: Der erste Gig auf unserer eigenen Geburtstagsparty war lustig, geil und hat Bock drauf gemacht weiter zu machen.  Am schlimmsten war ein Gig in Freiburg im Crash, wir hatten keinen Support und ganze 5 zahlende Gäste. Unser damaliger Gitarrist war voll bis oben hin und hat sich völlig daneben benommen, auch uns gegenüber. Das war echt super mies.

Der Weg nach Duisburg in die Punkeria und im Anschluss nach Dortmund, das war sehr intensiv aber auch ein Auswärtstermin in Darmstadt als Support der mächtigen Kassierer war legendär, berauschend und prägend.

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Lilo: Wer ist aus Eurer Crewfamilie nicht wegzudenken – und warum? Bär: Wir selbst sind die Crew, von daher ist keiner entbehrlich.

Lilo: Wo ist Eure Lieblingslocation? Bär: Die Alte Hackerei in Karlsruhe, ich würde sogar behaupten dass wir dort am öftesten auf der Bühne standen. Schon allein jedes Weihnachten zusammen mit unseren guten Freunden von den Kawenzmännern. Home sweet Home!

Hier ein Livemitschnitt vom Konzert im Artcanrobert, das Video haben wir von Felix Triebel, Provinzpostille geklaut! 😉

Lilo: Habt ihr eine Herzenssache, die ihr unterstützt? Bär: Einige von uns sind im Tierschutz, in der Lebensmittelrettung und der Welthungerhilfe . Selbstverständlich unterstützen wir immer wieder mit unseren Auftritten verschiedenste kulturelle und soziale Veranstaltungen sowie generell alles gegen Nazis und Fremdenfeindlichkeit!

Lilo: Lass uns nach vorn schauen. Was steht an, Festivals, Tour, Konzis? Bär: Dieses Jahr wird es vereinzelte Shows geben, weil wir ja erstmal an unserem 3. Album herumdoktern. Die Gestaltung und die Arbeit an den neuen Stücken nimmt uns schon in Anspruch, weil diese komplexer sind als gewöhnliche Punksongs. Die enorm erschreckende weltpolitische Lage bietet (leider) genügend Stoff.  

Nikolettas Plan und Wunsch ist ein Auftritt in Helsinki-FIN und auf der Reise dorthin ein paar Songs im Tonstudio in Oodii aufzunehmen.

Wir von Freunde des Punk sind sehr gespannt auf das neue Album, das noch in diesem Jahr veröffentlicht wird. Dazu wird es natürlich auch eine kleine Notiz geben.

Infos und Kontakt

Bandanfragen bitte an: blutwurstmusik@gmx.de

Wo kann ich Eure Musik kaufen: Auf Konzis oder via E-Mail

Label / Produzent:  unbekannt! 😉

Socials und Stream

Infos , Videos & Fotos: @blutwurst, @provinzpostille, @pierre legeres

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